Lost in Books

Mein Bücherreich ~

  

"When I look at my room, I see a girl who loves books."

(John Green - Looking for Alaska)

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Léon und Louise

Léon und Louise - Alex Capus Geht mehr in Richtung 2.5, schätze ich."Léon und Louise" wollte ich schon lesen, seit es erschienen war, aber einerseits war ich etwas zu "geizig" um mir das HC selbst zu kaufen und andererseits sind mir auch immer andere Bücher zuvorgekommen, aber umso besser, dass ich noch gewartet habe, bis mir meine älteste Schwester das Buch überraschend ausgeliehen hatte ;)Insgesamt muss ich aber sagen, ich bin leider etwas enttäuscht von der Geschichte. Der Prolog, der in der "Gegenwart", bzw. im Jahr 1986, spielt, hatte sofort mein Interesse geweckt und ich war vor allem gespannt darauf, zu erfahren wer diese Louise ist und was es mit ihrem aufsehenerregenden Auftritt bei Léons Beerdigung auf sich hatte. Die nächsten Kapitel, die aus der Sicht eines Enkels von Léon erzählt werden, haben mir auch ziemlich gut gefallen, besonders wie sich Léon und Louise kennen und langsam lieben gelernt hatten. Über den danach erfolgenden Schnitt und einen Zeitsprung von 10 Jahren fand ich überraschend und etwas verwirrend, aber grundsätzlich eine gute Idee. ABER damit fingen dann auch meine Probleme an. Ab da an konnte ich diese große Liebe zwischen Léon und Louise nicht (mehr) spüren. Von Louise bekommt man nur noch sehr wenig mit, wenn dann durch Briefe, in denen man zwar merkt, dass Léon ihr noch viel bedeutet, aber wirklich liebt? Hmm. In Léons Gedankenwelt ging es mir etwas zu wenig um Gefühle und Louise, was zwar natürlich auch an der Erzählweise liegen mag. Nur weil ab und an erwähnt wird, dass er noch jeden Tag an sie denke, macht das für mich noch lange keine große Liebe aus.Ich hätte gerne noch mehr und ausführlicher über Louise gelesen, der Großteil des Buches handelt für mich eindeutig von Léon. Und ehrlich gesagt, an vielen Stellen war er mir einfach zu "brav" und glatt. Ich meine, über einen "Bad Boy" lesen möchte ich nicht, aber ein paar Ecken und Kanten hätten ihm und der Geschichte gut getan.Zu Yvonne habe ich keine Beziehung aufbauen können und besonders zum Ende hin, konnte ich ihr Verhalten nicht immer verstehen und nachvollziehen und ich finde, der Autor hatte es sich da etwas zu einfach gemacht. Ehrlich gesagt, dass sich Yvonne nie irgendwie mal gegen Louise stellt, fand ich seltsam. Z. B., dass sie Léon ja regelrecht zum Ehebruch "drängt" oder eben zum Ende einfach so teilnahmslos wird, dass sie sich mit Louise an einem Tisch sitzt und sich mit ihr unterhält und sich Léon dann später mit ihr teilt, etc. finde ich unrealistisch. Mir ist das einfach viel zu glatt und einfach.Das Ende, besonders wenn ich an den Prolog zurückdenke, fand ich enttäuschend.Da mir der Schreibstil aber trotz allem wirklich gut gefallen hatte, wird "Léon und Louise" vermutlich nicht mein letztes Buch von Capus bleiben, aber etwas mehr erhofft hatte ich mir hier schon. Schade.

Ich lese gerade

Der weiße Neger Wumbaba I - III: Alle Handbücher Des Verhörens
Axel Hacke, Michael Sowa
Bereits gelesen: 93/216 pages
Blinde Weide, schlafende Frau
Haruki Murakami, Ursula Gräfe
Die Rebellin (Die Gilde der Schwarzen Magier, #1)
Trudi Canavan
MacBest
Terry Pratchett, Andreas Brandhorst