Lost in Books

Mein Bücherreich ~

  

"When I look at my room, I see a girl who loves books."

(John Green - Looking for Alaska)

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...is obsessed with books, Sailor Moon, "Friends" (Joey!), fairytales, ...

Julia: Roman (Hochkaräter)

Julia: Roman (Hochkaräter) - Anne Fortier (mit Tendenz zu 1.5)Zu "Julia" von Anne Fortier hatte ich von Anfang an eine seltsame Beziehung. In der Buchhandlung ist es mir ständig begegnet, sodass ich es des öfteren in der Hand, aber eigentlich keine besonders große Lust es zu kaufen, bzw. zu lesen hatte. Als es mir meine Schwester dann ausgeliehen hatte, war ich dennoch erfreut und noch erfreuter, als ich mir endlich mal den Klappentext durchgelesen hatte. Eine Geschichte, die sich um eines der berühmtesten Liebespaare der Literatur dreht? Romeo und Julia? Ich gebe zu, manchmal bin ich einfach gestrickt und mein Interesse war schnell geweckt ;)Die Zwillingsschwestern Janice und Julia, die zusammen bei ihrer Tante Rose aufgewachsen sind, werden bereits gleich am Anfang des Romans mit dem Tod ihrer Tante konfrontiert. In ihrem Testament verfügte sie, dass die egoistische Janice Alleinerbin wird, während Julia vollkommen leer ausgeht. Zumindest fast, denn Julia bekommt einen Brief von ihrer Tante, indem sie Julia auffordert, unbedingt nach Italien, Siena um genau zu sein, zu reisen um herauszufinden, was ihre Mutter viele Jahre lang erforscht und vermutlich sogar umgebracht hatte.Das Grundgerüst ist gar nicht mal schlecht, allerdings sind 600 Seiten doch etwas zu viel für die Geschichte, eine Kürzung hätte definitiv viel retten können. Es gibt zwei Zeitebenen, zum einen die älteste Romeo und Julia Geschichte, von der sich Shakespeare inspiriert haben lassen soll (oder auch an einer Version, die danach folgte, so genau habe ich das nicht mehr im Kopf) und zum anderen die Gegenwart, in der Julia das Geheimnis lüften muss. So richtig gepackt hat mich das Buch nur stückchenweise, oft fand ich es einfach zu langweilig und die Geheimnissucherei unnötig mühselig, wenn zum Ende hin dann lauter passende "Zufälle" passieren. Die Geschichte hat sich für mich etwas zu oft im Kreis gedreht und besonders die Liebesgeschichte ging mir zu schnell und ich fand es sehr absehbar, wie das nur enden konnte.Aber mein größtes Problem waren einfach die Charaktere. Alle bleiben, trotz der Seitenstärke, sehr blass und eindimensional, manchmal versucht die Autorin zwar den Charakteren etwas mehr Facetten zu geben, was auf mich allerdings nicht sehr glaubhaft wirkte. Julia ist ein typisches graues Mäuschen, das ihr Leben lang von ihrer Schwester Janice regelrecht "tyrannisiert" wurde, Janice ist die Draufgängerin, die Wilde, der alles zufliegt, auf die alle Männer stehen, blablabla. Und Alessandro natürlich der Weiberheld, der unnahbar erscheint. Aufgrund der Gegebenheit konnte ich auch Julias Wandlung nicht wirklich ernst nehmen.Und was mich besonders nervte: Die erste Hälfte lang wird beschrieben, wie furchtbar und schlecht, Janice sich immer aufführte und Julia ärgerte und das Leben schwer machte und in der zweiten Hälfte sind sie plötzlich ein Herz und eine Seele?! (Gut, nicht ganz, klar) Vielleicht bin ich auch zu nachtragend, aber in so einer kurzen Zeit könnte ich niemanden verzeihen und so freundlich behandeln, wie Julia es tut...Ich bin jedenfalls nun froh, mit "Julia" fertig zu sein. Es ist ganz nett, wenn auch etwas zu dick für zwischendurch, aber einfach nicht meins...

Ich lese gerade

Der weiße Neger Wumbaba I - III: Alle Handbücher Des Verhörens
Axel Hacke, Michael Sowa
Bereits gelesen: 93/216 pages
Blinde Weide, schlafende Frau
Haruki Murakami, Ursula Gräfe
Die Rebellin (Die Gilde der Schwarzen Magier, #1)
Trudi Canavan
MacBest
Terry Pratchett, Andreas Brandhorst