Lost in Books

Mein Bücherreich ~

  

"When I look at my room, I see a girl who loves books."

(John Green - Looking for Alaska)

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Die Frau des Zeitreisenden

Die Frau des Zeitreisenden - Audrey Niffenegger, Brigitte Jakobeit Ich weiß noch genau, wie ich mir vor ein paar Jahren "Die Frau des Zeitreisenden" kaufte. Das Zitat auf dem Cover hatte sofort mein Interesse geweckt und das Buch wurde deshalb schleunigst gekauft. Da ich eine furchtbar traurige Liebesgeschichte erwartet hatte, hatte ich mich bis vor kurzem nicht getraut, das Buch in die Hand zu nehmen. Allerdings muss ich jetzt sagen, dass ich mir die Befürchtungen hätte sparen können, denn die erwartete Gefühlsachterbahn blieb aus.Dabei klingt der Plot furchtbar schön und tragisch. Henry ist aufgrund eines Gendefekts ein Zeitreisender. Da die Krankheit noch unerforscht ist, gibt es keine Heilung für ihn, sodass er in jeder Stresssituation damit rechnen muss, plötzlich in einer anderen Zeit zu landen. (Und natürlich nackt, denn seine Klamotten kann er nicht einfach mitnehmen ;)) Auf einer dieser Zeitreisen lernt er seine zukünftige Frau Clare kennen, sie zwar noch ein Kind, entwickelt sich später daraus eine große Liebe, die irgendwie mit Henrys ständigen Zeitreisen klar kommen muss...Tja, das war wohl nichts. Der Plot klingt spannend, aber die erste Hälfte fand ich extrem langweilig. Erst passiert als nichts und dann, in der zweiten Hälfte, überschlägt sich die Handlung fast vor Geschwindigkeit und einer haarsträubenden weiteren Handlung.Meine Probleme fingen bereits mit der Liebe an. Ich habe sie nicht gespürt, für mich war es zu sehr Schicksal, in das sich die beiden einfach gefügt haben ("mussten"). Zumal ich offenbar auch einfach eine andere Auffassung von Liebe haben. Z.B. Im letzten Drittel sagt Clare, dass sie glücklich ist, wenn Henry weg ist, da sie dann ihre Musik, die Henry nicht mag, ungestört hören kann. Ehrlich gesagt, finde ich das ziemlich blödsinnig und traurig. Warum sollte mein Partner auf etwas verzichten müssen, wenn es ihm gefällt und niemandem schadet? (Und andersrum natürlich auch) Man hört ja nicht 24 Stunden am Tag Musik, schaut sich einen Film an oder isst Knoblauch, etc.Außerdem wenn ich meinen Freund zum ersten Mal mit zu meiner Familie nehme, muss man dann als miteinander schlafen? Kann man nicht ein paar Tage ohne auskommen und der Familie einen Gefallen tun und einfach mal die Nächte getrennt verbringen? Ja, ich kann verstehen, dass Clare nicht ohne Henry sein will, und umgedreht, aber kann man das nicht trotzdem mal für wenige Nächte?Die Charaktere blieben mir ziemlich fremd und besonders mit voranschreitender Seitenzahl konnte ich viele Handlungen nicht verstehen und die Handlung wirkte auf mich zu konstruiert, zu oberflächlich, zu sehr künstlich auf Tragik ausgerichtet. Mag vielleicht zum Teil auch an der sprunghaften, episodenhaften Handlung liegen, die aus den Perspektiven von Henry und Clare erzählt wird. Z.B. die vielen Fehlgeburten. FÜNF Fehlgeburten! Ich kenne Menschen, die waren nach einer oder zwei so fertig und konnten jahrelang nicht versuchen ein Kind zu kriegen. Aber wenigstens hatte Henry ein kleinwenig mehr Verstand und hat sich immerhin einer Vasektomie unterzogen... Wobei, dann kam das Beste und ein Zeitreise-Henry macht sich nachts einfach über Clare her und schwängert sie natürlich!! Und natürlich die amputierten Füße!! Hallo Tragik! Nur blöd, dass mich das so gar nicht interessiert hatte... *hust*Ach und dann noch die Sache mit Clare und Gomez. ZWEIMAL betrügt sie ihre beste Freundin mit ihrem (Ehe)Mann und die einzige Sorge von Clare ist, ob Henry, der nicht da ist und sich derweil durch die Gegend v*gelt, ihr das je verzeihen kann?!Und zum Schluss noch die Sprache, bzw. Übersetzung. Mir war es viel zu ausführlich. Jede kleine Unwichtigkeit wird im Detail beschrieben und das ist einfach nur ermüdend, weshalb ich mich auch einfach oft dazu zwingen musste, das Buch in die Hand zu nehmen. Und sprachlich...besonders wenn es um Sex ging, war es mir oft einfach zu vulgär. Besonders Clares 18. Geburtstag. Da sagt Henry doch glatt, sie solle sich vorstellen, sie sei leer, keine Innereien mehr und habe nun Platz für Kängurus, Toasters oder Penisse. oO Whoa, ich glaube, ich hätte da entweder angefangen lauthals zu lachen oder wäre voller Panik weggerannt...Und, was ich dank dem doofen Ende aus dem Buch mitnehme: Liebe besteht offenbar nur aus Warten. Warten. Warten. Traurig irgendwie...Fertig. Und länger mag ich mich mit dem Buch nicht mehr beschäftigen, sondern lese lieber etwas (für mich) Besseres...

Ich lese gerade

Der weiße Neger Wumbaba I - III: Alle Handbücher Des Verhörens
Axel Hacke, Michael Sowa
Bereits gelesen: 93/216 pages
Blinde Weide, schlafende Frau
Haruki Murakami, Ursula Gräfe
Die Rebellin (Die Gilde der Schwarzen Magier, #1)
Trudi Canavan
MacBest
Terry Pratchett, Andreas Brandhorst