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Mein Bücherreich ~

  

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Die geheime Sammlung: Roman

Die geheime Sammlung - Polly Shulman, Momo Evers, Falk Behr Ehrlich gesagt, bin ich doch recht enttäuscht von "Die geheime Sammlung". Ich habe zwar nicht das Buch des Jahrhunderts oder so etwas erwartet, aber zumindest gute Unterhaltung. Aber die hat, für mich, zum Großteil leider gefehlt.Die Idee mit dem Repositorium fand ich super und märchenhaft war die Geschichte an vielen Stellen. Vor allem auch am Anfang, als Elizabeth vorgestellt wird. Da kommt sie einem sofort wie eine neuartige Cinderella/Aschenputtel vor. Die Mutter tot, ihr Vater hatte neu geheiratet und nun leben sie mit der Stiefmutter zusammen und mit ihren älteren Stiefschwestern, die sie aber nicht mögen. An Geld mangelt es auch, da das Geld für die Studienfinanzierung der älteren Schwestern draufgeht. Und Elizabeth wird auch gleich als das selbstlose, arme Mädchen dargestellt, die einer Obdachlosen ihre Schuhe schenkt, obwohl sie sich ja selbst keine neuen leisten kann. Diese selbstlose Art hätte mich normalerweise sicherlich gestört, aber hier passt es einfach. Schade finde ich hierbei nur, dass im Voranschreiten der Geschichte die Familie in den Hintergrund rückt, bzw. eigentlich gar nicht mehr vorkommt. Schade, gerade bei so einem Anfang hatte ich doch dann mehr erwartet und selbst wenn es "nur" eine märchenhafte Wendung gewesen wäre.Das Augenmerk liegt eindeutig auf dem Repositorium. Bereits nach wenigen Seiten muss sich Elizabeth dort für einen Job vorstellen, den sie natürlich bekommt, auch wenn sie erstmal glaubt, dass sie den Test nicht bestanden hat. Einerseits fand ich das interessant, eben weil ich die Idee auch wirklich toll fand, aber andererseits wurde mir das auch schnell zu langweilig. 200 Seiten lang geht es nur um das Repositorium und da vorrangig um die Grimm Sammlung, aber ohne das etwas passiert. Es wird zigmal erwähnt, dass sie niemanden trauen sollen, niemanden was erzählen sollen, weil ständig magische Gegenstände abhanden kommen. Es wird viel wiederholt, was für jüngere Leser vielleicht gut sein mag, für mich aber nicht. So plätschert die Handlung seitenweise vor sich hin, bis dann auf den letzten 100 Seiten doch noch Spannung aufkommt und am Ende plötzlich nur noch gehetzt die restliche Handlung erzählt wirdDie Liebesgeschichten im Buch sind natürlich absehbar und nett geschrieben, allerdings war es mir einfach zu vorhersehbar, sodass mich das ganze hin und her, einfach nur genervt hatte und es mir albern vorkam. Aber das liegt vermutlich auch am jungen Alter der Protagonisten, mit dem ich wohl nicht viel anfangen konnte. Und oftmals kamen mir die Charaktere auch nicht unbedingt wie 15/16 Jahre vor, sondern wesentlich jünger.Was mir aber gefallen hatte, waren die vielen Anspielungen auf Grimms Märchen und dafür nimmt die Autorin nicht nur die ganz Bekannten, sondern auch welche, die vermutlich nicht allen geläufig sind wie z.B. "Jorinde und Joringel" ♥ oder "Die zertanzten Schuhe". Das hat auch definitiv Lust darauf gemacht, die Märchen nochmal selbst zu lesen, vor allem auch bei welchen, die ich nicht kannte oder nur vom Namen her. (Zu schade, dass ich kein Märchenbuch habe :( )Ich habe die deutsche Ausgabe gelesen, die letztes Jahr im Pan-Verlag erschienen ist. Optisch gefällt mir das Cover gut und es passt auch zum Inhalt (auch wenn mir die englische Ausgabe doch noch besser gefällt), aber dafür sind mir im Buch zwei Sachen aufgefallen, die ich nicht mochte. Da ist zum einen der Fehler gleich am Anfang, von dem ich denke, dass es ein Übersetzungsfehler ist und auch von vielen anderen schon angeführt wurde. Ganz ehrlich, aber wenn auf Seite 7 (!!) schon ein Logikfehler auftaucht, dann macht das keine große Lust, die Geschichte weiterzulesen. Zumal es ein Fehler ist, dem einen doch eigentlich schnell auffallen sollte. Elizabeth gibt noch vor den Ferien ihre Turnschuhe einer Obdachlosen, und dann steht erst noch "ein paar Tage nach Ferienende fing mich ..." und plötzlich soll es gestern gewesen sein, dass Elizabeth ihre Schuhe abgegeben hatte?Der andere Punkt, der mich beim Lesen störte ist, dass bei vielen Ort- und Zeitwechsel der Text einfach weitergeht, bzw. in einem neuen Absatz. Besser hätte ich es gefunden, wenn das durch eine Leerzeile kenntlich gemacht worden wäre. So fand ich es anfangs recht verwirrend und musste mich erstmal wieder zurechtfinden, wo und wann wir in der Geschichte jetzt eigentlich sind.Schade. Wirklich schade. "Die geheime Sammlung" lässt sich zwar schnell und flüssig lesen und könnte theoretisch eine schöne, märchenhafte Geschichte sein, aber mehr als ein "ganz nett", wird bei mir nicht hängen bleiben. Wenn überhaupt.

Ich lese gerade

Der weiße Neger Wumbaba I - III: Alle Handbücher Des Verhörens
Axel Hacke, Michael Sowa
Bereits gelesen: 93/216 pages
Blinde Weide, schlafende Frau
Haruki Murakami, Ursula Gräfe
Die Rebellin (Die Gilde der Schwarzen Magier, #1)
Trudi Canavan
MacBest
Terry Pratchett, Andreas Brandhorst