Lost in Books

Mein Bücherreich ~

  

"When I look at my room, I see a girl who loves books."

(John Green - Looking for Alaska)

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...is obsessed with books, Sailor Moon, "Friends" (Joey!), fairytales, ...

Beastly

Beastly (Kendra Chronicles, #1) - Alex Flinn, Sonja Häußler "Beastly" hatte mich vor allem gereizt, weil ich das Märchen, auf der die Geschichte beruht, liebe. Das Märchen und natürlich auch der Disneyfilm ♥Allerdings konnte mich die Umsetzung von Alex Flinn nicht völlig überzeugen. "Beastly" erzählt das bekannte Märchen nicht wirklich neu, sondern versetzt es einfach nur in unsere Zeit, modernisiert es sozusagen. Dabei würde der ursprüngliche Stoff sicherlich viel Material für eine tolle neue (Liebes-) Geschichte hergeben.Das Buch bleibt für mich aber leider zu nahe an der Originalgeschichte. Anfangs war das noch in Ordnung, und obwohl ich wusste, wie der weitere Handlungsverlauf aussehen MUSSTE, habe ich das noch nicht als störend empfunden, sondern gehofft, dass die Autorin im weiteren Handlungsverlauf ihr eigenes daraus macht. Leider war das nicht der Fall. Im Gegenteil. Etwa nach 200 Seiten hatte ich beim Lesen den Disneyfilm "Die Schöne und das Biest" vor Augen, nur eben in einem modernen Setting und daher wurde es mir mit der Zeit ein wenig langweilig und einfach zu vorhersehbar.Das Buch ist in sechs große Abschnitte eingeteilt und immer am Ende gibt es etwa ein 3, 4 Seiten langes Chatprotokoll, von verschiedenen anderen Märchengestalten, wie etwa dem Bär aus "Schneeweißchen und Rosenrot" (♥) oder den Froschkönig. Es soll wohl eine Art Selbsthilfegruppe für verwandelte Menschen darstellen. Anfangs fand ich das auch wirklich toll und amüsant zu lesen, vor allem da mir auch alle Figuren aus verschiedenen Märchen sehr bekannt waren, allerdings ist es schade, dass die Autorin aus der Idee nicht mehr gemacht hat. Es wird im Buch nicht einmal von diesem Chat gesprochen oder sonstwie in die restliche Handlung mit eingebunden, sodass mich die Funktion dieses Chatprotokolls nicht ganz erschließt."Beastly" wird aus der Sicht von dem Biest, Kyle Kingsbury, erzählt. Und das Wort "Biest" passt auf ihn wirklich gut, vor allem aber in seiner menschlichen Hülle. Kyle ist ein Charakter, den ich von der ersten Seite an gehasst habe. Oberflächlich, reich, eingebildet. Er bekommt alles, was er will, und umgibt sich nur mit Menschen, die ebenso perfekt sind wie er, der Rest der Menschen ist nur Abschaum für ihn, über den er sich amüsieren kann. Grauenhaft. Auf den ersten Seiten hatte ich wirklich überlegt, das Buch einfach abzubrechen, weil ich nicht dachte, dass ich mich mit diesem Protagonist je anfreunden kann. Glücklicherweise lässt sich das Buch aber flüssig und flott lesen, sodass sich das schnell geändert hatte.Und hier kommt auch schon mein nächstes Problem: Die Charaktere sind alle so eindimensional und klischeehaft. Kyle ist anfangs NUR böse und gemein, es gibt keinerlei positive Attribute, die man ihm zuschreiben könnte. "Armer" Junge, aus reichem Haus, mit einem Vater, der sich auch nicht um ihn kümmern kann und die böse Schule, wo alle seine Freunde so böse und gemein und alle keine Werte haben wie er selbst, hat mich einfach zu sehr gestört. Und daneben dann das nächste Extrem, Lindy. Ebenfalls vernachlässigt, kommt aus dem armen Viertel der Stadt und hat natürlich einen drogenabhängigen Vater. Außerdem liest sie gerne und viel und versucht ihrem Leben zu entkommen, indem sie viel lernt. Die restlichen Charaktere sind dann eindeutig die Guten, ohne wirkliche Fehler, aber blieben mir trotzdem leider zu blass.Einen großen Pluspunkt gibt es von mir allerdings für die vielen Bücherszenen, die mein bibliophiles Herz höher schlagen ließ. Viele Erwähnungen von Büchern, meist Klassiker, es wird sich darüber unterhalten, jemanden beim Lesen beschrieben oder natürlich Lindys eigene Bibliothek. Wuuuunderbar ♥Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und schnell zu lesen, aber nicht wirklich was besonderes. Ich habe die deutsche Übersetzung gelesen und was mir daran positiv aufgefallen ist, ist dass auch englische Buchtitel nicht einfach übersetzt, sondern der deutsche Titel benutzt wurde, auch im Nachwort der Autorin werden, wenn vorhanden, die deutschen Titel benutzt.Insgesamt ist "Beastly" eine schöne, unterhaltsame Lektüre für zwischendurch, die schnell gelesen ist. Allerdings kann man auch einfach die DVD in den Spieler stecken und hat vermutlich noch größere Unterhaltung mit (fast) demselben Märchenstoff.Ich bin jedenfalls froh, kein Geld dafür ausgegeben zu haben, denn auch wenn das HC mit 12,99 preisgünstig ist, so hätte mich das aber trotzdem leicht geärgert.

Ich lese gerade

Der weiße Neger Wumbaba I - III: Alle Handbücher Des Verhörens
Axel Hacke, Michael Sowa
Bereits gelesen: 93/216 pages
Blinde Weide, schlafende Frau
Haruki Murakami, Ursula Gräfe
Die Rebellin (Die Gilde der Schwarzen Magier, #1)
Trudi Canavan
MacBest
Terry Pratchett, Andreas Brandhorst