1.5-2"Survive" hat eine wahnsinnig spannende und interessante Ausgangslage: Jane, die in einer psychatrischen Einrichtung lebt, fliegt über Weihnachten zu ihrer Mutter. Doch dort will sie nie ankommen, denn bereits im Flugzeug will sie sich umbringen. So der Plan. Allerdings stürzt das Flugzeug mitten in den Bergen ab und zusammen mit Paul muss sie versuchen, irgendwie zu überleben.Was mir das Buch am meisten kaputt gemacht hatte, war Jane selbst. Ich habe normalerweise kein Problem mit "schwierigen" Charakteren, der Protagonist kann ruhig unsympathisch sein oder Sachen machen, die ich nicht mag, ABER Jane kam ist für mich ein Sonderfall. Bereits von der ersten Seite an, kam ich mit ihrem Verhalten nicht klar. Sie ist arrogant, überheblich und fühlt sich allem und jedem, besonders den blöden Erwachsenen, die sie ja wunderbar alle reinlegen kann, überlegen, denn sie ist einfach die Beste und Tollste. Punkt. *würg* Im Laufe des Buches wurde sie mir zunehmend unsympathischer, vor allem durch ihre Taten, von Privatsphäre scheint sie nichts zu wissen und offensichtlich auch resistent dagegen zu sein aus Fehlern zu lernen. Ich habe mir so oft gewünscht, dass sie damit einfach mal richtig auf die Nase fällt.Ihren Grund sich umzubringen, könnte ich eventuell verstehen, wenn das ganze nicht so hopplahopp abgehandelt worden wäre. Für das Verständnis hätte ich gerne mehr über ihre Familie und ihre Vergangenheit gelesen. So wird es zwar kurz gesagt, aber so einen "richtigen" Todeswunsch konnte ich nicht herauslesen. Und genau das spiegelt sich auch im Verlauf der Geschichte wider, denn kaum ist das Flugzeug abgestürzt, versucht Jane alles um zu überleben. Selbstmord? Nö! Nach dem Ereignis denkt sie kaum noch darüber nach und das konnte ich nicht nachvollziehen. Sie hatte bereits versucht sich umzubringen, was missglückte. Und nun will sie es ein zweites Mal tun, kommt nur nicht mehr ganz dazu und schon ändert ein Flugzeugabsturz alles? Nö. Das ist leider viel zu oberflächlich gedacht.Und da wir es hier mit einem YA-Roman zu tun haben, darf natürlich auch eine Portion Insta-Love nicht fehlen. Janes männlicher Gegenpart Paul ist zwar nicht so unsympathisch, dafür für mich aber etwas zu selbstlos und zu nett. Und natürlich superpraktisch, dass er offenbar Snowboarden kann und sich mit Kälte, Überleben, etc. gut auskennt. Perfekte Voraussetzung ;) *gähn*Leider sind das dann auch schon die einzigen Personen, die in dem Buch richtig vorkommen und das hat mir das Buch noch schwerer gemacht, da ich mit keinen der Protagonisten mitfühlen konnte. Den Großteil des Buches habe ich mich daher ziemlich gelangweilt.Der Schreibstil ist nichts besonders, lässt sich aber dank extrem kurzen Kapitel schnell und flüssig lesen, was definitiv ein Pluspunkt ist, denn sonst hätte ich den Roman wohl nicht zu Ende gelesen.Tja, das war wohl nichts, aber ein toller Beweis dafür, das eine gute Idee noch lange kein gutes Buch macht. ;) Schade.