Lost in Books

Mein Bücherreich ~

  

"When I look at my room, I see a girl who loves books."

(John Green - Looking for Alaska)

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Die verlorenen Schuhe

Die verlorenen Schuhe - Gina Mayer 3.5 - 4Ich bin mir noch nicht recht sicher, wie mir "Die verlorenen Schuhe" gefallen hat. Insgesamt ist es das dritte Buch, das ich von Gina Mayer gelesen habe, aber bisher auch das "schwächste".Das mag wohl auch etwas daran liegen, dass ich mit falschen Erwartungen an das Buch gegangen bin. Seltsamerweise dachte ich, dass das Buch von jüngeren Hauptfiguren handeln würde, dabei ist Inge, die gleichaltrig mit Wanda ist, kurz vor dem Abitur, und beide "kennen" sich bereits mit der Liebe aus, die daher auch einen wichtigen und relativ großen Teil der Geschichte einnimmt, womit ich nicht gerechnet hatte. Einerseits war es mir da auch etwas zu viel.Zwar hat mir auch hier wieder der Schreibstil sehr gefallen, allerdings kam er mir ab und an etwas zu kindlich vor. Ebenso hätte es mich nicht gestört, wenn das Buch noch etwas länger gewesen wäre, manche Szenen hätte ich gerne etwas länger gehabt.Wanda und Inge sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere. Während Inge wohlbehütet aufgewachsen ist, muss Wanja als Fremdarbeitern auf dem Gut von Inges Familie arbeiten. Dadurch bekommt man einen guten Einblick in beider Leben, auch wenn oft erwähnt wird, dass es nicht alle Fremdarbeiter so gut haben wie auf dem Anwesen hier, und wie sie sich später, auf der Flucht, langsam annähern.Ein wenig störend fand ich, dass ich zum Ende hin bei Inge das Gefühl hatte, sie hätte sich (zu) wenig weiterentwickelt und einen "Fehler" wiederholt getan. Sicherlich mag das auch an der Erziehung liegen, die man natürlich nicht einfach so ablegen kann, aber etwas Skepsis hätte mir besser gefallen. Die Sache mit Martin. Da war sie mir zu blauäugig, dass sie sich sofort auf ihn eingelassen und auch gleich an Heiraten dachte. Mir wäre es lieber gewesen, wenn sie das etwas langsamer angegangen wäre.Zwar spielt das Buch ab 44, aber vom Krieg bekommt man nicht viel mit. Ab und an fällt mal ein Kommentar über den Verlauf und die wichtigsten Geschehnisse, aber ansonsten konzentriert sich das Buch auf die Flucht der beiden Mädchen. Da ich von letzterem eher wenig Ahnung habe, fand ich es umso gelungener und spannender zu lesen. Und auch nervenaufreibender.Sehr gut, gerade für die Zielgruppe, fand ich die Aufmachung. Im Buch gibt es eine Karte über das Gebiet, ein Nachwort der Autorin, sowie ein Interview mit einer Zeitzeugin und ein sehr ausführliches Glossar, was einem nochmal die viele Recherchearbeit der Autorin etwas verdeutlicht.Trotz mancher Kritikpunkte habe ich gerne von Inge und Wanda gelesen und ihre Geschichte mit Spannung, Trauer, Bauchschmerzen und Hoffnung verfolgt und ich hoffe, dass das Buch, das eine wichtige Geschichte enthält, noch viele Leser finden wird.

Ich lese gerade

Der weiße Neger Wumbaba I - III: Alle Handbücher Des Verhörens
Axel Hacke, Michael Sowa
Bereits gelesen: 93/216 pages
Blinde Weide, schlafende Frau
Haruki Murakami, Ursula Gräfe
Die Rebellin (Die Gilde der Schwarzen Magier, #1)
Trudi Canavan
MacBest
Terry Pratchett, Andreas Brandhorst