Lost in Books

Mein Bücherreich ~

  

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Marly's Ghost

Marly's Ghost - David Levithan, Brian Selznick "Marly's Ghost" ist eine Nacherzählung von Charles Dickens "A Christmas Carol" (dt. "Eine Weihnachtsgeschichte"), nur dass es hier nicht um Weihnachten geht, sondern um den Valentinstag.Marly, die Freundin von Ben, ist vor vier Monaten an Krebs gestorben und musste Ben alleine zurücklassen. Und so fühlt er sich auch, er zieht sich zurück, kümmert sich nicht mehr um seine Freunde, die natürlich auch um Marly trauern, und Ben wünscht sich, auch tot zu sein. An Valentinstag kommt der Geist von Marly zu ihm und sagt ihm, dass ihn drei Geister besuchen werden, die ihm helfen sollen, wieder am Leben teilnehmen zu können.Wenn man "A Christmas Carol" kennt und am Besten schon selbst gelesen hat, fallen einem schnell die vielen, beabsichtigten Ähnlichkeiten auf. Ebenso kann man sich so leicht den Handlungsverlauf, sowie das Ende denken, doch das hat mich hier absolut nicht gestört. David Levithan hat einen wunderbaren, gefühlvollen Schreibstil und liebenswerte Charaktere, dass ich das Buch unbedingt an einem Stück lesen wollte und richtig in der Geschichte versunken war. Wie auch "A Christmas Carol" hat das Buch nur wenige Seiten und daher kann natürlich nicht die gesamte Vergangenheit von Marly und Ben erzählt werden, sondern nur wenige, kurze Szenen. Und auch wenn ich am liebsten mehr über die beiden gelesen hätte, so hat Levithan doch die "richtigen" Situationen ausgesucht, die die Liebe zwischen den beiden Jugendlichen verdeutlicht. Auch fand ich toll, dass sich Ben und Marly fast ihr halbes Leben lang kennen und schon längere Zeit zusammen waren, so wirkt Bens Trauer wesentlich realer und die Beziehung ernster, als wenn es eine normale Teenager-Beziehung gewesen wäre.Die Atmosphäre des Buches ist von Anfang an ziemlich niedergeschlagen. Da Ben in der Ich-Perspektive erzählt, weiß der Leser, wie er sich fühlt. Es ist, zumindest zu anfangs, keine rosigrote-Liebesgeschichte, auch wenn ich es mir als Leser ab und an gewünscht habe, dass Marly plötzlich wieder da ist und alle sind glücklich. Aber mit dem Auftauchen der Geister wandelt sich die Stimmung, und natürlich Ben, in die andere Richtung, langsam, aber beständig.Allerdings muss ich aber sagen, dass mir das letzte Kapitel dann doch etwas zuu rosig war. Ich verstehe zwar, was Levithan damit bezwecken wollte, und es ist natürlich auch nahe am Original, aber mir persönlich hat es trotzdem nicht ganz zugesagt, etwas "realistischer" wäre mir dann doch lieber gewesen.Wie auch in der Originalgeschichte ist "Marly's Ghost" illustriert und zwar von Brian Selznick. Von Brian Selznick hatte ich vor kurzem "Die Entdeckung des Hugo Cabret" gelesen, von dem ich sehr begeistert war. Angetan von seinem großen Talent war ich bei den Illustrationen in "Marly's Ghost" allerdings etwas enttäuscht. Zwar passt es zum Original von Dickens, aber so richtig zugesagt hat mir dieser Zeichnungsstil leider nicht.Mit "Marly's Ghost" ist David Levithan und dem Illustrator Brian Selznick eine wirklich tolle Nacherzählung eines Klassikers gelungen, die mir ausgenommen gut gefallen hatte und ich jedem, dem es nichts ausmacht, die bekannte Grundgeschichte zu kennen, ans Herz lege.

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Terry Pratchett, Andreas Brandhorst