Lost in Books

Mein Bücherreich ~

  

"When I look at my room, I see a girl who loves books."

(John Green - Looking for Alaska)

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Schattenauge

Schattenauge - Nina Blazon Ich fürchte, so langsam ist bei mir und Frau Blazons Büchern wohl die Luft raus. "Schattenauge" ist mittlerweile das fünfte Buch, das ich von der Autorin gelesen habe und leider auch das, das mir am wenigsten gefallen hat. Letztes Jahr hatte ich zuerst "Faunblut" gelesen und geliebt, danach die Trilogie um die Taverne am Rande der Welten, die allerdings "nur" noch ganz unterhaltsam und flott lesbar war, und nun "Schattenauge", das ich einfach nur schwerfällig fand. Sehr sogar.Das fing bereits mit dem Anfang an. Aufgrund des Covers und der Inhaltsangabe war mir von Anfang an klar, was es mit Zoe auf sich hatte und irgendwie hatte ich gedacht, dass das auch so sein sollte. Allerdings hat sich die erste Hälfte des Romans nur darum gedreht, dass irgendwas mit Zoe nicht stimmt, dass irgendwo Gefahr lauert, vor der sie beschützt werden muss, etc. Und das hat sich gezoooooogen. Und gezogen. Stattdessen hätte ich lieber schon früher etwas über die Pantheras gelesen, denn das fand ich äußerst interessant. Genauso auch wie Blazons Umsetzung der Panthera, die mir gut gefallen hatte.Mit den Charakteren konnte ich leider nicht so viel anfangen und vor allem die männlichen Protagonisten waren recht stereotyp. Gil ist der Typ Edward Cullen (Twilight), er will niemanden etwas zu leide tun, hält sich für "schlecht" und Zoe weckt in ihm einen großen Beschützerinstinkt und bleibt dabei trotz allem recht blass und nicht allzu lebendig. Irves, ein weiterer Gestaltwandler, ist da eher das Gegenteil von ihm, ein geheimnisvoller Draufgänger, wie man sich eben jemanden vorstellt, der sich täglich in der Disco aufhält um Weiber abzuschleppen. Leider aber der Typ Mann mit dem ich auch in Büchern nichts anfangen kann und ich mich während des Lesens gefragt habe, was Zoe wohl an ihm findet.Ach und Zoe natürlich. Was Gil an Lebendigkeit fehlt, hat Zoe teilweise etwas zuviel. Nach der Trennung von ihrem Freund geht sie nun täglich tanzen um nicht mehr daran erinnert zu werden und sich abzulenken, außerdem läuft sie viel und gerne und muss sich zusätzlich um ihren kleinen Bruder kümmern, da ihre Mutter mit Geld verdienen beschäftigt ist. Eigentlich ein interessanter Charakter, allerdings konnte ich manche Handlungen von ihr nicht nachvollziehen, z.B. ihre Reaktion darauf, als ihr eröffnet wird, dass sie ein Panthera ist. Von der Autorin sicherlich so beabsichtigt, kam es mir aber zu nüchtern vor und es wenigstens einmal kurz in Frage zu stellen, hat mir da gefehlt.Eine Liebesgeschichte darf in diesem Buch natürlich auch nicht fehlen, auch wenn für mich dafür die Aufklärung der Morde etwas zu kurz kam und die Auflösung am Schluss nicht ganz zufriedenstellend war."Schattenauge" wird aus zwei Perspektiven erzählt, was ich generell wirklich interessant finde und mag, aber hier finde ich es nicht ganz so gelungen. Während der Part um Gil aus der Ich-Perspektive erzählt wird und man als Leser so einen tieferen Einblick in seine Gefühlswelt bekommt, wird es in Zoes Abschnitten immer aus der Er-Perspektive erzählt. Das fand ich vor allem bei schnellen Persektivwechsel innerhalb eines Kapitels immer recht gewöhnungsbedürftig und hat mich leider im Lesefluss etwas gestört. Vor allem wenn eine Perspektive nur 5, 6 Seiten kurz war und plötzlich wieder die andere Sicht dran ist. Allerdings finde ich es da gut vom Verlag, dass sie die jeweiligen Perspektiven in anderen Schriftarten geschrieben haben und man so gleich sehen konnte, wer nun an der Reihe ist.Insgesamt bin ich von "Schattenauge" leider enttäuscht. Für mich war es einfach zu langatmig, zu schwerfällig, trotz interessanter Ansätze, die aber erst in der zweiten Hälfte, und daher ein wenig zu spät, zum Vorschein kommen.

Ich lese gerade

Der weiße Neger Wumbaba I - III: Alle Handbücher Des Verhörens
Axel Hacke, Michael Sowa
Bereits gelesen: 93/216 pages
Blinde Weide, schlafende Frau
Haruki Murakami, Ursula Gräfe
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Trudi Canavan
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Terry Pratchett, Andreas Brandhorst