Lost in Books

Mein Bücherreich ~

  

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Nackt schlafen ist bio: Eine Öko-Zynikerin findet ihr Grünes Gewissen und die große Liebe

Nackt schlafen ist bio : eine Öko-Zynikerin findet ihr grünes Gewissen und die große Liebe - Vanessa Farquharson, Gerlinde Schermer-Rauwolf, Robert Weiss 2.5 - 3.0Ich tue mich mit der Bewertung etwas schwer, da ich mit etwas anderem gerechnet hatte.Das Buch basiert auf dem Blog von Vanessa Farquharson Green as a Thistle", allerdings sind, wie ich vor dem Lesen nicht wusste, nicht alle Einträge im Buch zu finden, was ich etwas schade finde, aber gut, zur Not kann man Sachen, die einen interessieren ja noch online nachlesen. Das Buch ist in Monate unterteilt und am Anfang jeden Monats gibt es eine Liste mit dem Datum und was für eine neue Regel Farquharson an diesem Tag einführt. Sehr schön gemacht, so weiß man auch schnell, wenn man etwas unbedingt in ihrem Blog nachlesen will, in welchem Monat man "suchen" muss.Vanessa Farquharson war mir von Anfang an nicht sehr sympathisch, vor allem als sie mit ihren Vorurteilen über "Öko-Leute", die ja alle nur neumodische Hippies sind und Veganer, etc. anfing, und das mehrfach im Buch. Ich mag solches Schubladendenken nicht. Außerdem finde ich es etwas traurig, wenn sie sich und ihre Bemühungen, im Laufe des Buches, als "sinnlos", etc. hinstellt, nur weil sie keinen Freund hat oder sie niemand lobt, weil sie eine Leinentasche für Einkäufe dabei hat, und dazu ihr wiederkehrendes Gejammer, dass sie ganz alleine sei, etc. *augenrollen* Das ist ja alles schön und gut (oder wohl eher nicht), aber darüber wollte ich nichts lesen. Genauso wie ihre finanzielle Situation. Sie scheint keinen schlecht bezahlten Job zu haben, ein Auto, Wohnung, fliegt ständig um die Welt, und kauft sich später sogar ein Haus, aber sie ist trotzdem deprimiert, wenn sie sich ihre schwarzen Kontozahlen anschaut. Hö?! *augenrollen* Und apropos Fliegen. Farquharson macht, FREIWILLIG, ein Ökojahr, fliegt aber in diesem Jahr mehr als ich in meinem ganzen bisherigen Leben (und gibt dazu hilfreiche Ökotipps wie die eigenen Kopfhörer mitzunehmen und das vegetarische Essen zu bestellen oO), und da frage ich: Muss das sein? Müssen diese Besuche ausgerechnet in dem Zeitraum stattfinden? Oder gab es keine Möglichkeiten, die vielleicht etwas langsamer wären, aber dafür umweltfreundlicher? Ich meine, ich bin nicht gegen Fliegen, aber wenn man sich zu so etwas entschließt, schlägt es mir etwas auf den Magen, wenn man um die Welt fliegt und dann zuhause "nur" mal auf Wegwerfgeschirr oder auf den elektrischen Luftentfeuchter verzichtet...Farquharson geht in Minischritten vorwärts, scheinbar wirklich, als hätte sie sich über Umweltfreundlichkeit, etc. noch nie Gedanken gemacht. Ein mit 366 Ökotipps (dank Schaltjahr) gefülltes Buch, da gibt es sicherlich noch viel, was man lernen kann, dachte ich. Letztendlich muss ich sagen, obwohl ich mich nicht als "Öko-Tante" bezeichnen würde, habe ich hier kaum etwas neues gelernt. Und Sachen wie "Vor dem Verlassen der Wohnung Lichter ausmachen" ist, meiner Meinung nach, kein hilfreicher Tipp, weil, warum sollte man Licht in der Wohnung anhaben, wenn man sich dort nicht aufhält? Licht wird angemacht, wenn man sich auch dort aufhält, sowas wurde mir schon als kleines Kind beigebracht. Andere Sachen, auf die die Autorin verzichtet, besitze ich nicht mal (elektronischer Luftentfeuchter, Auto, Wäschetrockner,...) und warum sie bei Kosmetik und Wasch- und Reinigungsmitteln nicht gleich alles auf Öko umstellt, hat sich mir nicht recht erschlossen, aber vermutlich brauchte die Autorin noch Sachen, mit denen sie andere Tage füllen konnte.Ich fand es schade, dass Farquharson (zu) schnell ins Plaudern gerät, und, meiner Meinung nach, dabei das Thema aus den Augen verliert. Bei vielen Sachen hätte ich gerne gewusst, warum sie darauf verzichtet oder etwas ändern will, anstatt etwas über ihre Familie oder ihr Liebesleben zu erfahren.Das klingt alles recht negativ, dabei habe ich das Buch nicht unbedingt als schlecht empfunden. Die Beiträge zum Honig, Kühlschrank, Menstruationstasse oder dem Kompostieren, zum Beispiel, fand ich ziemlich gelungen. Oder auch der letzte Tag des Experiments, sowie das Nachwort habe ich gerne gelesen, vor allem da ich das Gefühl hatte, dass sie es ehrlich meint mit ihrem zukünftigen Handeln.Und der Schreibstil. Der war leider nicht meins, genauso wie der Humor. Ich empfand es oft als aufgesetzt und auch wenn es zwar gut ist, mit so einem Thema lockerer umzugehen, kam ich mir hier oft vor wie in einem "Chick-Lit"-Roman. :/

Ich lese gerade

Der weiße Neger Wumbaba I - III: Alle Handbücher Des Verhörens
Axel Hacke, Michael Sowa
Bereits gelesen: 93/216 pages
Blinde Weide, schlafende Frau
Haruki Murakami, Ursula Gräfe
Die Rebellin (Die Gilde der Schwarzen Magier, #1)
Trudi Canavan
MacBest
Terry Pratchett, Andreas Brandhorst